Gestern Abend hat im Jugendwerk eine dreistündige Präventionsschulung zur sexualisierten Gewalt stattgefunden, an der 27 Engagierte aus dem gesamten Kirchenbezirk und teilweise aus dem Nachbarbezirk Kirchheim teilgenommen haben. Dieses breite Miteinander hat die Schulung geprägt: Menschen aus verschiedenen Gemeinden und Altersgruppen – darunter besonders viele junge – sind zusammengekommen, um sich gemeinsam für den Schutz junger Menschen stark zu machen.
Die Schulung ist von Ida Schabel als Multiplikatorin sowie von Lisa Nentel als angehender Multiplikatorin durchgeführt worden. In einem offenen und vertrauensvollen Rahmen ist Raum für Austausch, Fragen und gemeinsames Lernen entstanden.
Im Mittelpunkt hat die Kinder- und Jugendarbeit gestanden und damit die Verantwortung, die die Kirche für junge Menschen trägt. Die Gruppe hat sich dabei intensiv mit zentralen Themen der Prävention beschäftigt:
Gemeinsam hat sie mit Nähe‑Distanz‑Übungen gearbeitet und reflektiert, wie eigene Grenzen und die anderer wahrgenommen werden können. Sie hat sich mit der Definition sexualisierter Gewalt auseinandergesetzt und diese klar von Grenzüberschreitungen abgegrenzt. Anhand von Wimmelbildern zu Grenzverletzungen hat die Gruppe aufmerksam hingeschaut und Situationen erkannt, die Sensibilität erfordern.
Außerdem hat sie Täterstrategien analysiert, um zu verstehen, wie Übergriffe vorbereitet werden können und warum frühes Hinsehen entscheidend ist. Das ERNST‑Prinzip ist als hilfreiches Handlungswerkzeug erarbeitet worden. In Fallbeispielen hat die Gruppe durchgespielt, wie in irritierenden Situationen interveniert werden kann und welche Anzeichen von Missbrauch ernst zu nehmen sind.
Zudem ist der Handlungsplan der Landeskirche besprochen worden, der klare Wege, Begleitung im Ernstfall und Zuständigkeiten darlegt. Zum Abschluss hat die Gruppe ein Schutzschild gestaltet, das die Funktion und die Bausteine des Schutzkonzeptes sichtbar gemacht hat.
Durch die Mischung aus Übungen, Wissen und Austausch sind alle Beteiligten spürbar sensibler geworden – für Grenzen, für Sprache, für Dynamiken in Gruppen und für Situationen, die Schutz brauchen.
Es ist deutlich geworden: Prävention gelingt nur, wenn aufmerksam hingeschaut wird, Menschen sich gegenseitig stärken und eine Kultur entsteht, in der Kinder, Jugendliche und Mitarbeitende sicher sind. Dafür ist der Abend sehr gewinnbringend gewesen.

